Wie holen wir Lieferrückstände auf – so schnell wie möglich?

Eine Maschinenfabrik in Niedersachsen

Die Mitarbeiterzahl der Maschinenfabrik war in zehn Jahren von 12 auf über 400 gewachsen. Dabei war die Materialwirtschaft außer Kontrolle geraten; immer wieder standen Maschinen still, weil halbfertige Teile nicht zur weiteren Bearbeitung verfügbar waren. Daraus resultierten unregelmäßige und oft verzögerte Lieferzeiten – ein Zustand, den die Kunden nicht länger akzeptieren wollten.

Meine Aufgabe als Berater war somit klar: Lieferrückstande aufholen, Absatz erhöhen, Materialbestände senken, und zwar so schnell wie möglich. Eine Bilderbuchsituation für die Theory of Constraints.

Die Schnellanalyse mit einem ausgewählten Team aus der Produktion zeigte deutlich, wo der Engpass in der Wertschöpfungskette lag: Es waren die automatischen Bohrwerke. Ausgerechnet hier fielen die Maschinen obendrein am häufigsten aus. Mit der Stabilisierung ihrer Laufzeiten konnte der Gesamt-Output schnell erhöht werden.

Bei einem anderen Produktionsschritt galt es hingegen, Überschüsse zu reduzieren: Im ersten Vorgang der Kette wurden zu viele Metallteile zugeschnitten. Ihre Sortierung war mittlerweile so unübersichtlich, dass die richtigen Zuschnitte häufig nicht auffindbar waren, was wiederum zu Stillstand an anderer Stelle führte.

Die größte Schwierigkeit bestand darin, die Belegschaft von der Methode zu überzeugen und zum Umdenken zu motivieren. Die Veränderungen waren für viele unbequem, mehrfach kam es zu Missverständnissen. Kompakte Schulungen mit entsprechenden Unterlagen waren daher ein wichtiger Teil des Projekts.

Auf diese Weise haben wir den Umsatz innerhalb von drei Monaten um fast 30 Prozent erhöht und den Materialbestand entsprechend gesenkt; die Lieferrückstände sanken um bis zu 25 Prozent.